Saturday, November 6, 2010

Test: Ein Standardzoom für die PEN

Von der Eifel aus kann man Sizilien sehen, Deutschland 2010

Heute soll es darum gehen, ein Standardzoom für die PEN auszuwählen, d.h. ein Standardzoom für eine mFT-Kamera. Zur Auswahl stehen folgende Objektive:

  1. Panasonic Lumix G Vario 14-45mm 3.5-5.6 ASPH OIS
  2. Panasonic Lumix G Vario HD 14-140mm 4.0-5.8 OIS
  3. Olympus M.Zuiko digital ED 14-42mm 3.5-5.6
  4. Olympus M.Zuiko digital ED 14-150mm 4.0-5.6

Es gibt zwar noch eine neuere Version des Objektivs Nr. 1 von Panasonic, dieses ist aber nicht einzeln erhältlich und zusätzlich an einer PEN eher unpraktikabel, da sein eingebauter Bildstabilisator nicht direkt am Objektiv ein- bzw. ausgeschaltet werden kann, sondern nur über einen Menüpunkt in Panasonic-Kameras.

Jetzt werden sich vielleicht einige Leser fragen, warum hier ein solches Review von Zoom-Objektiven erscheint, denn ich hatte ja in meinem letzten Beitrag hier meine "Befreiung" verkündet, die darin bestand, dass ich alles Fotozeug verkauft habe außer meine PL1 und das 20mm/F1.7 Pancake. Aber natürlich hat sich daraus eine interessante Diskussion entwickelt, z.B. in einem Forum, und darauf hin bot sich mein Kollege Mark an, einen Gastbeitrag zu schreiben, und zwar für alle diejenigen von uns, die ab und zu doch mal lieber ein Zoom haben oder sogar dringend brauchen, allein wegen der Flexibilität. Und so schildert Mark nun hier seine völlig subjektiven Eindrücke und Meinungen zu den oben aufgeführten Kandidaten für ein Standardzoom an der Olympus PEN:

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"Machen wir uns nichts vor: Die meisten haben doch lieber ein Zoom an der Kamera als eine Festbrennweite, und wir wechseln auch nicht gerne alle paar Minuten das Objektiv. Darum macht es auch Sinn, ein Standardzoom in seinem Objektivpark zu haben, mit dem man einfach mal sorgenfrei losziehen und sicher sein kann, für die meisten Motive und Situationen gerüstet zu sein. Leider bieten weder Olympus noch Panasonic bisher ein lichtstarkes Standardzoom an (mindestens Blende 2.8 wäre wünschenswert!), was die Einsatzmöglichgkeiten noch zusätzlich erweitern würde. Aber wahrscheinlich wäre ein solches Objektiv wieder zu groß und zu schwer, und würde deshalb nicht zum Konzept von Micro-FourThirds passen. Also habe ich mir die zur Zeit erhältlichen Objektive angeschaut, die Leo oben in seiner Einleitung bereits aufgeführt hat.

Beginnen wir mit Nr. 3, das häufig als Kit-Objektiv zusammen mit einer PEN verkauft wird. Es ist wunderbar klein und leicht, und läßt sich sogar durch einen raffinierten Mechanismus in sich selbst versenken, sodass es zum Transport beinahe Pancake-Charakter hat. Aber leider nur beninahe, und die optische Qualität dieses Plastik-Winzlings reicht so nahe an das Panasonic Pancake 20mm/F1.7 heran wie der höchste Berg Hollands an den Mount Everest! Für den Anfang ganz nett, aber Objektiv Nr. 3 scheidet dann für mich persönlich ganz schnell aus wegen unzureichender Schärfe. Auch Zoom Nr. 2 ziehe ich nicht in Betracht, obwohl es einen hervorragenden Ruf hat. Meine Gründe: Zu teuer (ca. 700,- Euro), zu groß (eingefahren schon 8,4 cm lang) und vor allem: zu schwer (470 g). Mit diesem Objektiv an der PEN fühle ich mich dann doch schon wieder an meine Zeiten mit einer großen/schweren/teuren DSLR erinnert. Also bleiben eigentlich nur die Objektive Nr. 1 und Nr. 4 übrig, d.h. das Panasonic 14-45mm und das Olympus 14-150mm. Schauen wir uns zunächst die nackten Zahlen an:

  • Preis: Pana 240,- Euro ... Oly 470,- Euro
  • Gewicht: Pana 225 g ... Oly 290 g
  • Durchmesser x Länge: Pana 63 x 62,5 mm ... Oly 63,5 x 83 mm
  • Lichtstärke: Pana F3.5-5.6 ... Oly F4-5.6
  • Naheinstellgrenze: Pana 30 cm ... Oly 50 cm
  • Filterdurchmesser: Pana 52 mm ... Oly 58 mm
  • Bildstabilisator: Pana optisch, eingebaut ... Oly keiner, nur über die Kamera
Es folgen meine persönlichen Eindrücke zu den beiden Objektiven, wobei ich hoffe, dass sie Euch vielleicht bei einer Entscheidung helfen können.

Vom Gewicht her sind die beiden Objektive ziemlich gleich, das geht völlig in Ordnung und ist überhaupt kein Problem, schön leicht und extrem tragbar. Leider gilt das nicht ganz so für die Größe. Das Olympus 14-150mm ist deutlich länger, und zwar nicht nur im eingefahrenen Zustand, sondern besonders im ausgezoomten Fall. Dann sieht es doch schon sehr aufdringlich und auffällig aus und wirkt etwas weniger stabil als viele andere Zooms, die ich kenne. Interessante Vergleichsfotos zum Design findet Ihr z.B. hier bei dpreview. Da wir gerade vom zoomen sprechen: Bei meinem Exemplar des Olympus 14-150mm war der Zoomring viel zu fest eingestellt und damit nicht angenehm zu drehen. Zwar verhindert das, dass das Zoom unbeabsichtigt herausfährt, wenn es nach unten gehalten wird, aber das geht auch anders, wie es das Panasonic 14-45mm zeigt. Das läßt sich butterweich zoomen und hat trotzdem kein Zoom-Creep.

Wie sieht es mit der AF-Geschwindigkeit aus? Beide Objektive sind in dieser Disziplin sehr gut, jedenfalls um Längen besser als das Panasonic Pancake 20mm/F1.7, und auch besser als das Olympus 14-42mm. Sowohl das 14-45mm als auch das 14-150mm sind außerdem sehr leise und damit auch beim Filmen praktisch unhörbar. Ich habe keine wissenschaftlichen Tests gemacht, aber im direkten Vergleich scheint mir das 14-45mm noch einen Tick schneller zu fokussieren als das 14-150mm.

Kommen wir nun zu Schärfe und Kontrast, was für viele Käufer sicher Hauptargumente sein dürften. Hier hat das Panasonic 14-45mm für mich knapp die Nase vorn, und zwar bei allen Brennweiten. Ich sage dennoch, dass das Olympus 14-150mm für seinen Brennweitenbereich sehr gut ist, und dass die meisten damit vollauf zufrieden sein dürften. Aber das 14-45mm ist einfach noch einen Tick besser. Auch wenn mein Testbild nicht wissenschaftlich exakt entstanden ist, es gibt den Eindruck wieder, den ich durchweg beim Fotografieren bei allen Brennweiten mit den beiden Objektiven hatte. Wenn Ihr mit der Maus über das Bild fahrt, könnt Ihr direkt vergleichen. (100% Crops)



Zum Bildstabilisator ist zu sagen, dass der OIS bei Panasonic deutlich besser ist als der In-Body-Stabilisator der Olympus PEN E-PL1. Hier sollte Olympus ganz schnell nachbessern bei zukünftigen PEN Modellen! Der OIS liefert sehr sehr zuverlässig scharfe Bilder bis hinunter zu 1/8, manchmal sogar bis zu 1/4 Sekunde (ruhige Hände vorausgesetzt), wohingegen ich mit dem Stabi von Olympus teilweise bei denselben Brennweiten schon bei 1/40 oder 1/25 Sekunde lästig viel Ausschuss hatte. Grundsätzlich stimme ich mit Leo überein, dass ein Body-Stabilisator besser ist, da man ihn dann ausnahmslos bei jedem Objektiv hat und ihn nicht immer neu mitkaufen muss, aber dafür muss er dann eben auch gut genug sein.

Bei anderen Eigenschaften sind sich die Objektive ziemlich ähnlich, insbesondere sind z.B. Verzerrung und Schärfe in den Bildecken im Weitwinkelbereich völlig in Ordnung. Auch die Lichtstärke bewegt sich ja variable auf ähnlichem Level, die Anfangslichtstärke ist beim Panasonic zwar bei 3.5 (im Gegensatz zu 4.0 beim Olympus), aber dieser Unterschied ist bei 45mm schon dahin, dort hat das Olympus 14-150mm auch nur noch die Lichtstärke 5.4, weil bei ihm die Blenden schon recht früh ansteigen.
Was bleibt also als Fazit übrig? Wer alles in einem haben will, d.h. wer auch den Telezoombereich mit abgedeckt haben möchte, der muss wohl zum Olympus 14-150mm greifen. Wer (wie ich persönlich) gar nicht so viel im Telebreich fotografiert und außerdem die bessere Bildschärfe haben möchte, der nimmt das Panasonic 14-45mm. Damit bekommt man dann auch neben dem deutlich effektiveren Bildstabilisator ein stabileres, handlicheres und leichteres Objektiv zu einem deutlich geringeren Preis. Als letzte Kleinigkeit ist noch zu erwähnen, dass man beim Panasonic netterweise eine Tasche und die Gegenlichtblende mitgeliefert bekommt, beim Olympus hingegen nichts, sodass man u.U. die Geli sogar noch zusätzlich kaufen muss!

Übrigens sind auch die Fotos in diesem Artikel mit der Kombination PEN E-PL1 und Panasonic 14-45mm entstanden.
Das war mein (zugegeben nicht sehr wissenschaftlicher) Test der wichtigstens Standardzooms für mFT-Kameras. Ich hoffe, er hilft Euch bei der Kaufentscheidung! Danke nochmal an Leo für die Veröffentlichung meines Gastartikels."

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It's always nice to have a second opinion. Even if it's not exactly what I think about this topic. Stay tuned for more interesting thoughts about photography and more pictures and stories. Thank you all for reading my blog. I'd love to hear from you in the comments!

4 Comments... ->:

  1. Hallo Zusammen.
    Ich nennen ebenfalls die Kombi E-PL1 + 20mm Pancake von Panasonic mein eigen und habe mit großem Interesse den Beitrag hinsichtlich eines potentiellen Standardzooms für meine E-PL1 gelesen.
    Nun möchte ich jedoch noch eine weitere Option in den Ring werfen und mir Euro Meinung dazu einholen:
    Wie ja hier im Blog bereits berichtet gab es Mitte letzten Jahres eine Olympus Aktion bei dem man sich kostenlos den MMF-1 Adapter holen konnte. Damit würde sich ja auch die Möglichkeit zum Anschluss einen 4/3 Objektivs anbieten. z.B. des relativ gut bewerteten Olympus 14-54mm f/2.8-3.5 II AF Zuiko.
    Oder auch des mittlerweile sehr günstigen Olympus EZ-4015-2 Zuiko Digital 40-150mm f4,0-5,6.

    Mich würde interessieren was Ihr grundsätzlich von dieser Idee haltet und welche Vor- bzw. Nachteile Ihr dabei seht. Incl. Größe, Gewicht, AF, Kompatibilität etc.

    Grüße,
    Christian

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  2. Ich möchte mich gleich noch für die Rechtschreib- und Gramatikfehler entschuldigen. ;)
    Liegt wohl an der späten Stunde und daran dass ich mir nicht die Zeit genommen habe meinen Kommentar nochmals gegen zu lesen.

    Der erste Satz meint natürlich "Ich nenne", im zweiten will ich "Eure" und nicht "Euro" Meinung. ;)

    Gute Nacht,
    Christian

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  3. Hallo, Christian,
    die Idee mit dem 14-54mm II ist gar nicht so schlecht, ich kenne das Objektiv als Standardzoom an der E-620 und der E-30. Tolle Sache! Mit der PEN und dem Adapter funktioniert das Objektiv auch sehr gut, aber der AF ist nicht ganz so schnell und das Objektiv ist (zusammen mit Adapter) je nach Geschmack vielleicht nicht mehr ganz so klein und leicht, wie man es an der PEN eigentlich gerne hätte. Aber das ist beides Geschmackssache, sowohl mit dem AF als auch mit Größe und Gewicht läßt sich leben. Ich warte sehnsüchtig darauf, dass Olympus oder Panasonic endlich ein lichtstarkes Standardzoom für mFT nachlegen, also z.B. so ein 14-50mm F2.8-3.5 oder noch besser ein Zoom, das schon bei 12mm beginnt und möglichst konstant F2.8 hat. Und natürlich dann noch klein und leicht und bezahlbar ist ;-)
    Das 40-150mm FT-Zuiko soll wohl auch ok sein, ich kenne es nicht, allerdings ist das ja dann kein Standardzoom mehr, das ist schon ein Tele, denn der Standardbereich umfasst ja die Brennweiten um 25mm bei mFT, also umgerechnet auf Kleinbild alles um 50mm.
    Lasset uns beten und warten auf ein lichtstarkes Standardzoom für mFT von Olympus oder Panasonic!
    In diesem Sinne,
    Gruß
    Leo

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  4. Hallo Leo,

    Danke für die schnelle Antwort.
    Da ich mich nun weiter mit dem Vorgeschlagenen Panasonic Lumix G Vario 14-45mm 3.5-5.6 ASPH OIS
    auseinandergesetzt habe werde ich wohl meinen nächsten USA Aufenthalt nutzen um dort günstig zuzuschlagen. Würde da im Moment wohl bei umgerechnet 230 EUR landen, im Gegensatz zum 14-54mm II, bei ca. 350 EUR.
    Die Lichtstärke sollte für meine Zwecke im Moment ausreichen. Dazu hab ich ja noch mein Pancake mit F1.7.
    Das größere Argument wäre für mich wohl der beginn bei unter 12mm. ;)

    Natürlich hast Du recht, 40-150mm sind kein Standardzoom mehr. Ich bin mir auch gar nicht sicher in wieweit ich wirklich ein Tele benötige, da ich im Moment fast ausschließlich das 20mm Pancake benutze und das Kit-Objektive komplett außen vor lasse.
    Von daher werde ich mir jetzt wohl das auch hier empfohlene Lumix 14-45mm holen und danach versuchen mein Kit-Objektiv unter die Leute zu bringen.
    Wie Du immer so schön schreibst, erst mit solchen Basics schöne Bilder machen, und dann weiter schauen. Im Moment nehm ich mir schon für ersteres nicht genug Zeit. ;)

    Grüße,
    Christian

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